Der ersten ›Künstlerkolonie Frauenchiemsee‹ folgend, bilden sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts verschiedene Malergruppen um den Chiemsee. Angezogen von der einmaligen bayerischen Voralpenlandschaft und inspiriert durch das bäuerliche Brauchtum lassen sich viele Künstler, meist aus München, zum Arbeiten und Leben an den ufernahen Orten nieder.

Willi Geiger erwirbt 1930 in Übersee am Chiemsee ein über vierhundert Jahre altes, verfallenes Bauernhaus, die so genannte ›Bax‹ im Ortseil Baumgarten/Neuwies. Kurz darauf beginnt er in Zusammenarbeit mit seinem Sohn Rupprecht mit dem Wiederaufbau der Ruine. Der Architekturstudent fügt dem Interieur, beeinflusst durch einen Toskanaaufenthalt, typisch südländische Architekturelemente, zu. In der Bax verbringt Willi Geiger vorwiegend die Zeit des Naziregimes in ›innerer Emigration‹. Während dieser Zeit wird die als ›Menschlichkeitsoase‹ bezeichnete Bax zu einem Ort des freien Ideenaustauschs.

Nach dem Zweiten Weltkrieg als Ferienhaus von der Familie genutzt, wird die Bax später unter Denkmalschutz gestellt.

Das Künstlerhaus Geiger - die Bax

In den achtziger Jahren führt die Architektin Monika Geiger, Schwiegertochter von Willi Geiger, Umbau- und Sanierungsmaßnahmen im westlichen Teil durch. Für die erste Ausstellung Willi Geiger in der Bax im Sommer 2004 wird die Tenne umgestaltet. Weitere Ausstellungen folgen in den Sommern 2006, 2009, 2013 und 2016. Im unveränderten Wohnhaus kann man noch heute die Atmosphäre jener Zeit, als Willi Geiger mit seinen Künstlerkollegen und Freunden um den Tisch saß, erspüren.